Briefe entschlüsselt

Was die Drohwörter wirklich heißen

Inkassobriefe sind oft so geschrieben, dass man sofort zahlen will. Hier sind die fünf häufigsten Wörter, einmal so, wie sie klingen, und einmal so, wie sie tatsächlich gemeint sind.


Mahnung

Klingt nach

„Letzte Warnung, jetzt wird es ernst."

Ist eigentlich

Ist eigentlich nur eine Erinnerung des Gläubigers, dass eine Rechnung offen ist. Keine Behörde, kein Gericht, keine Frist mit Folgen für deine Schufa.

Inkassoschreiben

Klingt nach

„Die holen jetzt das Geld."

Ist eigentlich

Ist ein Brief eines beauftragten Unternehmens. Du darfst die Forderung schriftlich prüfen lassen und ihr widersprechen, kostenlos. Solange du das tust, passiert nichts.

Mahnbescheid

Klingt nach

„Urteil vom Gericht."

Ist eigentlich

Ist ein gelber Brief vom Amtsgericht, aber noch kein Urteil. Du hast 14 Tage Zeit zu widersprechen, ein Kreuz, eine Unterschrift, zurücksenden. Das stoppt das Verfahren.

Vollstreckungsbescheid

Klingt nach

„Sie kommen jetzt."

Ist eigentlich

Folgt nur, wenn du dem Mahnbescheid nicht widersprochen hast. Aber selbst dann hast du nochmal 14 Tage Einspruchsfrist. Erst danach wird wirklich vollstreckt.

Pfändung

Klingt nach

„Morgen steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür."

Ist eigentlich

Geht nur mit einem gerichtlichen Titel, nicht auf einen Inkassobrief hin. Und es gibt Pfändungsfreigrenzen, die dein Existenzminimum schützen.

Persönliche Einordnung, keine Rechtsberatung. Wenn du einen konkreten Brief erhalten hast, lass ihn von einer Verbraucherzentrale oder anerkannten Schuldnerberatung prüfen.